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Registrierung bei TASSO sinnvoll?


„Tierheime könnten mehr als 20 Millionen Euro pro Jahr sparen, wenn alle Tiere registriert wären.“ So eine Überschrift auf der Webseite von TASSO.

Bei Hunden und Katzen wird die Möglichkeit der Kennzeichnung mittels Tätowierung oder Mikrochip und anschließender Registrierung glücklicherweise bereits immer mehr genutzt. Auf diese Art und Weise ist es ein Einfaches ein Fundtier schnell zu identifizieren. Tierheime und Tierärzte haben entsprechende Chip-Lesegeräte mit denen die Nummer ausgelesen werden kann. Ist diese nun bei z.B. TASSO hinterlegt, kann der Besitzer schnell kontaktiert und das Tier ruck zuck wieder nach Hause gebracht werden.

Während die Suche nach dem Besitzer bei unregistrierten Tieren mit hohem Aufwand verbunden ist und mehrere Tage/Wochen dauern kann oder manchmal auch gänzlich erfolglos bleibt, ist eine Rückvermittlung eines registrierten Tieres eine Sache von wenigen Minuten!
Ein Mikrochip ist nicht teuer und wird vom Tierarzt ganz einfach und schnell gesetzt. Die Registrierung des Tieres bei TASSO ist einfach und vollkommen kostenlos! Viele sind in dem Glauben, dass die Registrierung automatisch durch den Tierarzt erfolgt; dies ist aber nicht der Fall! Die Registrierung muss vom Besitzer selbst durchgeführt werden (z.B. online unter http://www.tasso.net/Tierschutz/Registrierung)!
Der Besitzer bekommt nach erfolgreicher Registrierung einen kleinen Heimtierausweis und eine TASSO-Marke zugeschickt. Die Marke kann zusätzlich an Geschirr oder Halsband befestigt werden. So ist auf den ersten Blick erkennbar, dass das Tier gechipt und registriert ist.

Leider scheint es noch lange nicht die Regel zu sein, dass auch Frettchen registriert werden. Die allerwenigsten Frettchen, die bei uns auf den Pflegestellen landen haben überhaupt einen Chip. Und ist dann mal ein Fundfrettchen tatsächlich gechipt, fehlt leider eine Registrierung und eine Rückverfolgung ist so wieder nicht möglich (wie z.B. bei unseren Ex-Pfleglingen Susi und Strolch). Wir bekommen häufig Nachrichten zu vermissten oder gefundenen Frettchen und auch Facebook-Gruppen und Kleinanzeigen-Portale sind voll von solchen Meldungen.

Dabei kann es so einfach sein, wie der folgende Fall zeigt:
Im Oktober erhielten wir eine Nachricht über unsere Homepage in der geschildert wurde, dass ein Frettchen zwei Tage zuvor zusammen mit der Katze durch die Katzenklappe ins Haus kam. Das Frettchen hatte Glück und sich das richtige Haus ausgesucht, denn es wurde dort aufgenommen und verpflegt. Es wurden bereits Zettel beim Bäcker und an Bushaltestellen etc. ausgehängt, eine Anzeige in die Zeitung gesetzt, bei eBay-Kleinanzeigen online inseriert und das zuständige Tierheim informiert. Bis dahin leider ohne Erfolg, weswegen man sich wegen einer möglichen Vermittlung des Frettchens an uns wendete.
Die erste Rückfrage bei Fundtieren lautet bei uns immer „Wurde denn schon überprüft ob das Frettchen gechipt und bei TASSO registriert ist?“
Dies war noch nicht der Fall gewesen und wurde nun direkt am nächsten Tag auf unseren Rat hin nachgeholt. Kurze Zeit später erhielten wir die großartige Nachricht:
„Tolle Neuigkeiten. Sie war vorbildlich gechipt und bei Tasso registriert. Wir haben sie vorhin in ihr zuhause gebracht. Im Übrigen in der gleichen Strasse nur halt am anderen Ende...
Finder, Besitzer, die Fundfähe und ihr einsamer Frettchen-Kumpel waren überglücklich, dass der Ausflug der Fähe doch noch ein gutes Ende gefunden hat. So sollte es doch immer laufen!

In diesem Fall wurden die Frettchen noch vom Züchter vor der Abgabe gechipt und registriert. Auch bei uns (so wie auch vielen anderen Frettchenhilfen und Tierheimen) ist dies Voraussetzung für eine Vermittlungsfreigabe. Bei den meisten Privatabgaben obliegt es aber dem neuen Besitzer sich darum zu kümmern.

Oft hören wir die Argumente, dass die Frettchen ja in reiner Wohnungshaltung leben oder man ja immer gut aufpasse. Wir unterstellen hier mal jedem Frettchenbesitzer, dass er gut auf sein Tier aufpasst, aber dennoch kann doch nie ausgeschlossen werden, dass so ein quirliger Kobold nicht doch mal ausbüchst oder auch sogar mutwillig entwendet wird!
Der Vorteil einer Registrierung besteht nämlich nicht nur darin, dass das Tier bei Fund schnell zugeordnet werden kann, sondern dass man auch beweisen kann, dass einem das Tier gehört! Denn gerade bei den iltis-farbenen Fellnasen ist es oft unheimlich schwer eindeutige Merkmale benennen zu können.

Unser Fazit: Wir können nur wirklich jedem Tierbesitzer, dem sein Tier am Herzen liegt, wärmstens empfehlen seinen 4-beinigen Freund chipen und registrieren zu lassen! Der Chip ist nicht teuer, eine Registrierung kostenlos und in wenigen Minuten erledigt. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser



Bericht vom 21.11.2015, Autor: Kathrin Thalwieser




Wenn ein Frettchen unterzuckert

Wir haben leider schon häufig erlebt, wie schnell es brenzlig werden kann, wenn ein Frettchen aus welchem Grund auch immer nicht genügend frisst und deswegen unterzuckert! Das liegt an der biologischen Eigenheit, dass Frettchen einen verkürzten Dickdarm und somit eine sehr kurze Verdauungszeit sowie einen sensiblen Stoffwechsel haben!
Gestern haben wir einen nervenaufreibenden Notfall bewältigt, an dessen Beispiel ich das Thema gerne verdeutlichen würde:
Eine junge Frettchengruppe (darunter zwei unserer Ex-Schützlinge) wurden kastriert. Das Futter wurde in Absprache um 03.00Uhr nachts entnommen und die Wusels um 08.00Uhr beim Tierarzt abgeliefert. Um 16.00Uhr konnten die Frettchen wieder abgeholt werden. Ein Nachgespräch gab es nicht, es wurden lediglich die Transportboxen übergeben! Wiedererwarten waren aber noch nicht alle Frettchen wieder aus der Narkose erwacht.
Um 19.45Uhr erhielten wir einen sorgenvollen Anruf. Während sich die Rüden direkt nach dem Erwachen auf das Futter gestürzt hatten, wollte die Fähe so gar nicht wach werden. Kurzzeitig schien sie aufzuwachen, war aber viel zu schwach um aufzustehen oder zu fressen. Auch die Multipaste wurde nicht angenommen. Ihr Zustand hatte sich seit der Abholung nicht verbessert, sondern eher verschlimmert!
Auf unseren Rat hin rief die Besitzerin direkt beim Tierarzt an und erkundigte sich, wann die Fähe genau operiert wurde und ob Glucose verabreicht wurde. Sie schilderte die Problematik und wies auf  eine mögliche Unterzuckerung hin. Die Antwort des Tierarztes hat uns die Sprache verschlagen: „Glucose wurde keine verabreicht, lediglich das Antibiotika das jeder bekommt. Für ein so gut genährtes Frettchen sei das kein Problem und es könne durchaus sein, dass sie durch die Narkose noch einen Tag schlapp ist. Sie solle bis morgen abwarten!“
Das bedeutete die Maus war zu diesem Zeitpunkt bereits seit 17(!) Stunden ohne jegliche Nahrungsaufnahme oder Glucose-Zufuhr!!
Da die Besitzerin vom Tierarzt am Telefon so abgefertigt wurden und hier offensichtlich keine Hilfe zu erwarten war, mussten wir handeln. Gegen 20:30Uhr trafen die Besitzer mit der Fähe bei uns ein. Die Kleine war völlig unterzuckert, dehydriert und unterkühlt! Die Schleimhäute waren bereits kreide bleich und die Reaktionen waren gleich null. Wir packten die Fähe sofort auf ein Heizkissen, wickelten Sie in eine Decke, verabreichten eine Glucose-Lösung ins Mäulchen und kontaktierten unsere Tierärztin auf dem Notfallhandy. Kurz nach 21.00Uhr befand sich die Maus auf dem Untersuchungstisch und mit bloßem Auge waren keine Lebenszeichen mehr erkennbar. Die Tierärztin konnte noch einen leisen Herzschlag hören und ganz unregelmäßig war eine extrem flache Atmung spürbar. Es war alle höchste Eisenbahn!! Es wurden mehrere Infusionen mit Kochsalzlösung und Glucose verabreicht. Nach ein paar Minuten gab es die erste Regung und man hörte 4 Menschen laut und erleichtert aufatmen. Ihr Kreislauf wurde wieder stabiler, die Schleimhäute färbten sich von weiß zu rosa und kurz darauf wurde sogar wieder Paste geschleckt!
Gegen 22.00 Uhr waren wir wieder zurück bei uns auf der Pflegestelle. Wir haben das Mäuschen noch einige Minuten beobachtet und mit Convalescence Support versorgt, bis sie sich entspannt aber noch völlig erschöpft in ihre Decke kuschelte und einschlief.
Bepackt mit Convalescence, einem frisch gewärmten Heizkissen, Glucose-Notfall-Tropfen und der Aufgabe alle 3 Stunden dafür zu sorgen, dass sie etwas zu sich nimmt, machten sich die Besitzer mit ihrer Fähe wieder auf den Heimweg.
Um 23.20Uhr bekamen wir die erleichternde Nachricht, dass sie wohl behalten daheim angekommen sind und die Maus immer aktiver wird!
Heute Morgen wurde uns mitgeteilt, dass sich ihr Zustand zusehend besserte und sie schon wieder Näpfe umräumt, sowie versucht die Multipaste zu klauen
Die Dosenöffner haben in diesem Fall instinktiv alles richtig gemacht, auch wenn sie keinerlei Erfahrungen mit solchen Fällen hatten. Hätten die Besitzer in diesem Fall blind auf die Aussage des Tierarztes vertraut, wäre das Mäuschen heute nicht mehr am Leben, mit gerade mal 8 Monaten,  wegen eines Standard-Eingriffs und dabei ist die Lösung so einfach!
Und für alle die schon mal von ihrem Tierarzt gehört haben, dass ein Frettchen 12 Stunden vor einer OP nüchtern sein soll:
„Da Frettchen, ebenso wie Hunde und Katzen, erbrechen können und dadurch die Gefahr einer Aspiration besteht, sollte ihnen etwa 4-6 Stunden vor Narkoseeinleitung die Nahrung entzogen werden. Eine Fastenphase von 8 Stunden sollte keinesfalls überschritten werden, da es bei den kleinen Tieren mit ihren hohen Stoffwechselraten andernfalls bereits zu Stoffwechselentgleisungen kommen kann.“
Quelle: Heimtier und Patient Frettchen, Enke Verlag


Bericht vom 13.01.2015, Autor: Kathrin Thalwieser





Frettchen in Zoofachgeschäften

Die Welpen-Saison hat begonnen und viele Frettchen-Interessierte sind auf der Suche nach neuen Mitbewohnern. Da Frettchen immer mehr zum „Trend-Haustier“ werden, werden mittlerweile auch immer häufiger Tiere in Zoofachgeschäften angeboten. Die Erfahrungen die wir hier gemacht haben sprechen Bände und zeigen ganz deutlich, weshalb diese eigentlich tollen Haustiere so oft maßlos unterschätzt werden!!
Bereits im vergangenen Jahr hatten wir feststellen müssen, dass in einer Filiale einer großen Zoofachgeschäft-Kette Frettchen zum Verkauf angeboten wurden und die Haltung nicht den Richtlinien des Sachkundenachweises Punkt 11.5 „Haltung im Zoofachgeschäft“ entsprachen. Wir hatten damals Meldung an das zuständige Veterinäramt gemacht, woraufhin zumindest Auflagen erteilt werden konnten, von denen wir uns erhoffen, dass die Unterbringung und Verkauf somit zu aufwändig wird, um die Tiere weiterhin im Sortiment zu halten.
 
Auch dieses Jahr wurden uns wieder Fotos geschickt, die ähnliche Zustände in einer anderen Filiale derselben Kette zeigten. Da ich mir allerdings immer gerne selbst ein Bild von der Situation mache, waren wir Vorort. Auch hier zeigte sich, dass die Tiere in keinster Weise artgerecht untergebracht sind!
 
Es stieß direkt eine Mitarbeiterin zu uns, die fragte ob sie uns helfen könne. Ich nahm die Gelegenheit gerne wahr und lies mich ausführlich über Haltung und Ernährung beraten.  Die Dame war sehr freundlich und klang durchaus überzeugend, war allerdings alles andere als kompetent und fachkundig! So wurde uns u.a. mitgeteilt, dass Frettchen-Fähen nicht kastriert werden sollten, da es ein größerer Eingriff wäre (das Thema Ranz und vor allem das Risiko bzgl. einer Dauerranz – die bei Nichtbehandlung meist tödlich endet – war ihr wohl nicht bekannt). Desweiteren wurden Frettchen gerne mit Katzen verglichen. Auf die Frage, ob Frettchen denn ebenfalls geimpft werden müssen, bekamen wir die Antwort, dass man Frettchen so wie auch Katzen ebenfalls gegen Tollwut und Katzenschnupfen, etc. impfen lassen kann (die wichtige Staupe-Impfung wurde hingegen nicht erwähnt)! Bei der Frage nach der richtigen Unterbringung wurden uns Hasenkäfige gezeigt (teils gerade mal mit einer Länge von 1,20m)! Auch für die Außenhaltung wurde uns eine kleine Stallung präsentiert, die in keinster Weise dem Bewegungsdrang der Tiere gerecht werden kann. Einzig bei der Ernährung hatte man das Gefühl, dass sie kundig war. Allerdings versäumte sie auch hier mitzuteilen, dass Frettchen aufgrund des verkürzten Dickdarms permanenten Zugang zum Futter haben müssen, da es sonst schnell zu Unterzucker kommen kann. Sie empfiehl hingegen immer nur so viel Futter zu geben wie an dem Tag gefressen werden kann, eine Fütterung 1x täglich fand sie vollkommen ausreichend.
 
Desweiteren konnten wir erfahren, dass die Frettchen lediglich einmal pro Woche für kurze Zeit Freilauf bekamen, was gerne auch noch dafür genutzt wurde Interessenten anzulocken. Somit verwundert es uns auch nicht, dass wir bereits große Schilder an den Unterbringungen entdeckt haben, auf denen gewarnt wurde zu den Frettchen hinein zu fassen, da diese beißen würden!
 
In dem aktuellen Fall wurde uns berichtet, dass die Tiere aus einer großen Zucht aus Deutschland stammen, die speziell auch an die Kette abgibt. Die beiden Frettchen sind im November / Dezember 2013 geboren sind, was eigentlich nicht für eine gute Zucht spricht!
 
Was uns ebenfalls unschön auffiel, war der Punkt "Lebensraum: offene Waldränder, Felder, Wiesen" auf dem Schild! Frettchen sind eine domestizierte Haustierform und in freier Wildbahn aufgrund des verkürzten Dickdarms und der Tatsache, dass sie ca. 18 Stunden täglich schlafen, kaum überlebensfähig! Allerdings denken wohl immer noch viele Menschen, dass sie dem Tier etwas Gutes tun, wenn man sie im Wald aussetzt (wie wir leider schon zu häufig selbst zu hören bekamen) ... Solche Schilder tragen daher nicht gerade dazu bei, das zu verbessern.
 
Insgesamt war unser Besuch sehr ernüchternd und stimmte uns sehr traurig. Als Anfänger hätte ich keinen Grund gesehen an den überzeugten Beschreibungen der Mitarbeiterin zu zweifeln.
Wir haben immer wieder erleben müssen, unter welchen katastrophalen Umständen Frettchen gehalten und wieder abgegeben werden, da die Menschen völlig falsch beraten wurden. Auch wenn man vielleicht nicht verhindern kann, dass Frettchen immer wieder in Zoofachgeschäften angeboten werden, versuchen wir unser Möglichstes potentielle neue Besitzer vor solch falschen Informationen zu schützen und hoffen, dass durch unsere Meldungen an die zuständigen Ämter und Berichte vielleicht doch das ein oder andere Frettchen nicht unter solchen Umständen an einen 2-Beiner gerät und nicht irgendwann in Wald, Tierheim oder Auffangstation landet!
 

Wir können nur allen Frettchen-Interessenten raten: Lasst Euch ausgiebig und RICHTIG in Frettchenhilfen oder bei sachkundigen Haltern beraten und informieren, die Anschaffung von Fachlektüre ist immer vor einer Anschaffung absolut ratsam und auch das lesen sämtlicher Beiträge im Internet ersetzt nicht das persönliche Kennenlernen einer Tierart VOR der Anschaffung! Schließlich sollen sowohl Mensch als auch Tier glücklich werden und die neue Freundschaft nicht mit einer bösen Überraschung enden!!


Bericht vom 18.04.2014, Autor: Kathrin Thalwieser



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