Friends of Hope
  Maus
 



In großer Trauer …



Dass Tierschutz nicht immer einfach ist, müssen wir glaube ich keinem mehr erklären, aber vor einigen Tagen kamen wir in eine Situation die uns ganz schön zugesetzt hat. Wir möchten darüber berichten, damit einem vielleicht auch bewusstwird, was es bedeutet, ein Tier zu halten und vor allem auch dafür zu sorgen und Verantwortung zu übernehmen! Ein Haustier bedeutet Verantwortung!

Wir bekamen einen Anruf, dass es einer 4 jährigen Fähe sehr schlecht gehen würde, aber leider habe man kein Geld um zum Tierarzt zu gehen. Man fragte uns, ob wir vorbeikommen und uns die Fähe anschauen könnten. Die Fähe wollte nicht mehr fressen und würde auch beim Laufen umfallen. Wir sind keine Tierärzte und deshalb ersetzen wir so einen Besuch auch sicher nicht! Natürlich erkannten wir aber die Notlage und fuhren postwendend hin.

Die Situation war allerdings bereits drastisch. Die Kleine war nur noch Haut und Knochen, konnte nur noch zitternd den Kopf heben und war auch beim Anfassen sehr kühl. Zum Glück hatten die Besitzer ein Einsehen und gaben sie uns mit.

Wir waren 10 Minuten später als Notfall bei unserer Tierärztin. Diese war mehr als schockiert. Die Kleine war so dehydriert, dass man ihr noch nicht einmal einen Zugang legen konnte. Die Körpertemperatur betrug nur 32,6 °C. Der kleine Körper war bereits am runterfahren. Sie hat beim Versuch Blut abgenommen zu bekommen nicht einmal gezuckt, so schwach war sie. Die Augen so eingefallen, dass sie kaum noch zu sehen waren. Unglaubliche 360 g hatte sie nur noch. Magen-Darm Trakt vollkommen leer. Dieser Zustand kam nicht über Nacht!

Nach einer Glukoseinfusion hat sie etwas den Kopf gehoben und sogar ein bisschen Paste geschleckt, also haben wir sie mitgenommen, allerdings schon mit schlechter Prognose der Tierärztin. Natürlich wollten wir aber nicht aufgeben ohne es wenigstens versucht zu haben. Das kleine Häufchen lag auf der Wärmematte und sie hat auch ein ganz kleines bisschen gefressen. Sie bekam von uns weitere Infusionen. Wir haben so sehr gebetet, dass sie es schafft. Leider war dem nicht so und sie ist bereits wenige Stunden später in unseren Armen gestorben.

Bei allem was wir bereits erlebt haben, war dies eine Situation, die uns wirklich emotional aus der Fassung bringt, denn es war einfach vollkommen unnötig! Die kleine Maus ist nicht gestorben, weil sie krank war, sondern weil die Besitzer zu lange mit Hilfe gewartet haben. Es war schlicht und ergreifend zu spät!!!

Wir sind die Letzten die verurteilen, wenn sich Lebensumstände ändern, oder man sich einfach bewusstwird, dass man eine Versorgung seiner Tiere nicht mehr gewährleisten kann - im Gegenteil – wir haben eher Respekt davor, dass sich jemand GEGEN sich und FÜR sein Tier entscheidet. Die Kleine hat das mit ihrem Leben bezahlt und das schmerzt uns sehr.

Am meisten erschüttert uns, dass das Partner-Tier alleine zurückbleibt! Und die Besitzer eher überlegen sich wieder ein neues Frettchen dazu zu holen, anstatt einzusehen, dass man eine Versorgung eben zurzeit nicht sicherstellen kann!! Die wenigsten Frettchen schlafen im Alter einfach ein. Wenn schon eine simple Erstuntersuchung beim Tierarzt im Krankheitsfall nicht möglich ist, sollte man von der Tierhaltung absehen! Wir haben bereits mehrfach versucht im Nachgang nochmal Kontakt aufzunehmen und über die Situation zu sprechen. Leider ohne Erfolg  Wir hoffen inständig, dass sie sich über das Geschehene bewusstwerden und sich darüber Gedanken machen, was das Beste für das Frettchen ist. Tierliebe bedeutet immer im Sinne des Tieres zu handeln, auch wenn es einem selbst noch so schwerfallen mag!

Wir wünschen uns, dass bei einer solchen Situation schneller um Hilfe gebeten wird und der Besitzer aus sowas die richtigen Rückschlüsse zieht bzw. sich die richtigen Gedanken macht. Um Hilfe zu bitten ist keine Schande! Genau dafür gibt es uns als FrettchenHILFE! Das Schlimmste ist allerdings, wenn sich so etwas wiederholen muss! Wir tun was wir können und wir tun es sehr gerne, aber um Hilfe muss rechtzeitig gebeten werden, damit jedes kleine Herz die Chance bekommt, die wir sehr gerne geben.

Natürlich hat auch diese Maus einen Platz bei unseren Sternenfrettchen verdient (den Namen haben wir geändert)! Wir trauern und werden dieses Ereignis wohl so schnell auch nicht verdauen.

Kleine Maus, ich hoffe, dass Du jetzt als Mahnung dienen kannst, es tut uns unendlich leid, dass Du so leiden und auch so sterben musstest.



 
   
 
© 2017 by Frettchenhilfe Friends of Hope e.V.